Ein Plädoyer für Slow Travel

Ein Beitrag im Rahmen der Klima-Challenge

Ob Slow Food, Slow Fashion oder Slow Life – Langsamkeit ist angesagt. In einer Welt, die das Immer-Schneller und Immer-Mehr wie ein Mantra predigt, bietet die Slow-Bewegung einen erfrischenden Gegenentwurf. Hier geht es darum, die Schönheit im Weniger und im Einfachen zu finden. Heute möchte ich euch ein paar Denkanstöße zum Thema Slow Travel geben.

Im Gegensatz zum Begriff Slow Food etwa gibt es keine feste Definition von Slow Travel. Vereinfachend lässt sich aber sagen, dass Slow Travel für nachhaltiges und bewusstes Reisen steht. Damit steht der Begriff im Kontrast zu Wochenendtrips mit dem Flugzeug, Pauschalreisen oder etwa einer Reise, die es sich zum einzigen Ziel macht, möglichst viele Sehenswürdigkeiten gesehen und fotografiert zu haben und deren ökologischer Fußabdruck meist sehr groß ist.

Stattdessen liegt die Schönheit von Slow Travel darin, sich allem voran Zeit zu nehmen. Zeit, um an den gewünschten Urlaubsort anzureisen, indem man etwa mit dem Zug reist, eine Fahrradreise unternimmt oder zu Fuß unterwegs ist. Die verlängerte Anreise verursacht weniger CO2, erlaubt es uns als Reisende aber vor allem wahrzunehmen, wie sich die Umgebung um uns herum langsam verändert und kann so helfen, noch tiefer in das Urlaubsgefühl einzutauchen. Darüber hinaus kann Slow Travel bedeuten, dass man sich länger an einem Ort aufhält und so ein tieferes Verständnis für die örtlichen Besonderheiten bekommt.

Die Kernidee von Slow Travel, wie ich sie begreife, ist es, sich neben Zeit auch Mühe zu geben, einen Ort über die bloßen Reiseführerempfehlungen hinaus kennenzulernen. Damit will ich nicht dazu aufrufen, sich anderen Reisenden gegenüber abzugrenzen, indem man nach den immer geheimeren und spannenderen Ausflugszielen wetteifert und sich dadurch als besserer Tourist erhaben fühlt. Stattdessen kann Slow Travel eine Idee sein, die Augen zu öffnen, bewusst Kontakt zu den Menschen vor Ort zu suchen und einmal ungewöhnliche Reisemethoden auszuprobieren.

Dadurch werden auch naheliegende Orte zu attraktiven Zielen! In einem Buch zu alternativen Reisen habe ich beispielsweise den Vorschlag gelesen, die eigene Haustür zu verlassen und von da an so lange abwechselnd links und rechts abzubiegen, bis man etwa in eine Sackgasse gerät oder nicht mehr weiter möchte. So entdeckt man das eigene Zuhause auf ganz andere Art und Weise. Ganz viel Inspiration zum Thema bietet der Brite Dan Kieran in seinem Buch „Slow Travel – Die Kunst des Reisens“: https://www.goodreads.com/book/show/26155772-slow-travel

Ganz passend zur Idee von Slow Travel lest euch gerne unseren Bericht über nachhaltigeres Reisen. Dort gibt es noch mehr Tipps, wie ihr langsamer und auch nachhaltiger euren Urlaub erleben könnt. Wen es in die Natur zieht, dem kann ich die „Fahrtziele Natur“ empfehlen, die gemeinsam von Bahn und NABU erarbeitet werden und Nationalparks und Naturregionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigen, die bequem mit der Bahn erreichbar sind: https://www.fahrtziel-natur.de/natur/view/index.shtml

Viel Freude bei der Entdeckung der Langsamkeit! Lena (BFDlerin in der KlimaWerkStadt)