Workshop Holzbearbeitung

Kurz bevor unsere liebe Mitarbeiterin Lara ihre Arbeit in der KlimaWerkStadt beendet hat, hat sie noch diesen Blogeintrag für euch verfasst:

Wie der Name schon vermuten lässt hat die KlimaWerkStadt eine Werkstatt1. Während des Repaircafés jeden Mittwochnachmittag wird diese rege als Fahrradwerkstatt genutzt. Ein tolles Helfer*innenteam steht mit Rat und Tat dir und deinem Rad zurseite.

Die Werkstatt birgt neben diesen kompetenten Leuten und dem zugehörigen Radwerkzeug allerdings auch noch ganz andere Schätze. Kappsäge, Stichsäge, Laubsägen, Standbohrmaschine, Excenter- und Deltaschleifer zum Beispiel!

Im März gab es endlich einen passenden Workshop dazu im Programm und das Besondere daran: es war ein Holzbearbeitungsworkshop für Frauen*. Es kommt leider immer wieder vor, dass manche männlichen* Experten(ob sie es nun wirklich sind oder nicht…) Frauen* erklären mögen, wie man was zu benutzen hat und dabei auch gerne mal das Zepter in die Hand nehmen, wo es gar nicht erwünscht oder nötig wäre. Daher war es uns ein Anliegen mit dem Workshop einen Rahmen zu schaffen, in dem sichergestellt ist, dass solches sogenanntes „mansplaining“(man+exsplaining) nicht aufkommen kann und so eine angenehme Lernatmosphäre für die Teilnehmerinnen* gegeben ist.

Katha, gelernte Schreinerin und ehrenamtlich sehr aktiv in der KWS wie auch im Lucie-Garten, hat das Workshopkonzept erarbeitet und mit sechs motivierten und gespannten Teilnehmerinnen* durchgeführt.

Mit dem Ziel, ein kleines kreatives Werkstück herzustellen, konnten die oben genannten Werkzeuge ausführlich kennengelernt und ausprobiert werden. Schon die Zahl der Frauen*, die sich anmelden wollten, verriet uns, dass das Format gut ankommt.

Letztlich waren an einem Sonntag im März dann 6 Teilnehmerinnen* in der KWS um einen Einblick in die Holzbearbeitung zu bekommen. Bei einer entspannten Vorstellungsrunde merken wir, dass wir alle unterschiedlich viel Erfahrungen mit Holzwerkzeugen haben. Die eine oder andere hatte in der Vergangenheit bereits etwas zusammengezimmert, häufig aber etwas unsicher, was beispielsweise die sichere oder geräteschonende Handhabung angeht. Wir können auch bereits ein Beispielwerkstück begutachten und nach ein paar wichtigen Worten zu generellen Sichheitsmaßnahmen – keine zu weite Kleidung, baumelnden Pullibändchen, verfängliche Pferdeschwänze, lange Ketten, etc. – konnten wir mit der Planung unserer Werkstücks beginnen.

Dann juckte es uns auch schon allen in den Fingern, in der Werkstatt Hand anzulegen. Erst einmal Holz sichten und die Vorstellungskraft ankurbeln. Ein Brett, ein Ast, ein paar Schrauben, Nägel und Haken… hmmm, eine kleine Garderobe vielleicht? Oder doch ein Organizer für den Schreibtisch? Schnell eine Skizze, noch ist ja nichts in Stein gemeißelt bzw. ins Holz gesägt.

Wir lernten also die Kappsäge kennen. Nicht gerade niedlich, diese große stationäre Kreissägenvariante, doch Katha hat uns die Funktion und das sichere Hand- und Holzanlegen bestens erklärt, sodass wir mit dem Einkürzen unseres Holzes beginnen konnten. Die damit fertig waren konnten schon mal die Stichsägen zum Formen der Brettenden verwenden. Hierbei war dann besondere Konzentration gefragt – das ganze soll ja auch nett aussehen, genau wie die Werkbank in deren Richtung die Säge stetig ihren Bogen nimmt. 🙂

Der Standbohrer ist, wie sollte es anders sein, etwas standhafter. Mit Kronenbohreraufsatz zaubert er wunderbare Löcher in unsere Werkstücke.

Jetzt sind wir alle sehr vertieft in die Arbeit und die Werkstatt ist laut geworden. Hier wird gesägt, da wird gebohrt, der Industriestaubsauger brummt genüßlich.

Da solch konzentriertes Arbeiten hungrig macht, gibt es ein buntes Mittagessen mit vielen vegetarischen und veganen selbstgemachten Köstlichkeiten. Wir schmausen und tauschen uns aus.

Wer bis jetzt noch nicht den Excenterschleifer in der Hand hatte, kommt nach der Pause dazu. Es hat etwas Meditatives, wie der kreisförmige Aufsatz über das Holz gleitet und es Zentimeter für Zentimeter und nach jedem Schleifblattwechsel glatter und heller wird. Ruckzuck sieht das Werkstück aus wie aus einem Manufactum-Katalog, hach…

Auch per Hand wird geschliffen, sogar die nunmehr unspektakuläre Laubsäge kommt zum Einsatz. Hier noch was Bohren, da noch was schrauben, eine Schnur aus dem Materialfundus verarbeitet… und schon sind satte acht Stunden Workshop verflogen!

Schaut selbst, was dabei entstanden ist!

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Das Fazit: 1A-Atmosphäre, eine wunderbare Workshopleitung und Stolz auf unsere selbst getischlerten Arbeiten! Gerne wieder, Katha!2

 

1Manche*r wundert sich: Mails an klimawerkstaTt-bremen@posteo.de erreichen uns trotzdem nicht… 😉

2Hast du viel Erfahrung mit der Bearbeitung von Holz und die genannten Werkzeuge kennst du aus dem FF, inklusive Sicherheitsvorkehrung? Hast auch du Lust einen Workshop anzubieten, für alle, für Frauen*, für Jugendliche…? Dann melde dich gerne unter klimawerkstadt-bremen@posteo.de !

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